Waldkindergarten nimmt Geheimrat in die Presse
Die Kindergartenkinder von Matsche Pampe pressen leckeren Saft in der Obstanlage.
Klein-Karben. „Vorsicht, den Pfosten brauchen wir noch,“ witzelt Friedrich Loschek. Denn heute hat er Gäste „unter 1,70“, die mit ihrem vollgepackten Bollerwagen voller glänzender Äpfel schlecht die Kurve kriegen. Die Zwerge vom Waldkindergarten „Matsche Pampe e.V.“ sind heute zur nachbarlichen Gemeinschafts-Obstanlage E.V. gekommen, um ihre eigens gepflückten Äpfel zu pressen.
Die Sorte „Geheimrat Oldenburg“ stammen vom MagerHof und wurden von den Kleinen begeistert vom Baum geschüttelt. Ruckzuck war der Bollerwagen voll und Herr Loschek rechnet mit etwa dreißig Liter leckeren Apfelsaft. Doch bevor der goldene Trunk in die mitgebrachten Wasserflaschen gefüllt werden kann, müssen sie erst noch durch die Waschanlage.
Jedes Kind darf ein paar der Bio-Äpfel in die große Metallwanne werfen, die mit kaltem Wasser gefüllt ist. Dort schwimmen die Äpfel auf der Oberfläche und glänzen noch mehr. Die Presse tuckert im Hintergrund. Nach und nach sind alle Äpfel drin. Nur die Faulen, die schmeißt Herr Loschek weg „Sauerei hoch Drei“ nennt er die durchaus übliche Praxis, auch die Schlechten mitzuverwerten. Im Verein gebe es das nicht.
Dann dürfen die Kinder die Äpfel in den Hexler werfen und heraus kommt ein Brei, aus dem die Apfelkerne herausschauen. „Guck mal, wieviel“ ruft Fabio und Nino weiß, das die Menge sich vergrößert hat, „...weil es Matsche ist“. Die Masse wird in ein braunes Leinentuch getan, ein Rahmen darum sorgt dafür, dass es in Form bleibt und mehrere Schichten werden so mit Hölzern übereinandergelegt und mit 320 Bar gepresst. Schon läuft der leckere Saft in einen Eimer ab. Die Kindergartenkinder schauen gespannt zu und einigen läuft schon das Wasser im Mund zusammen. Sie erfahren von den netten Mitarbeitern, dass man den Saft nicht solange stehen lassen soll, denn sonst „rauscht“ er und wird zu Apfelwein. „Wenn man sich mit Apfelsaft wäscht, kriegt man keine Falten“ lacht eine Mitarbeiterin und so genau weiß keiner, ob das nun stimmt oder nicht.
Es riecht jedenfalls gut und schmeckt ganz schon süß. „So ein bisschen wie Apfelwein“, vermutet ein Vierjähriger, als alle an einem Tisch sitzen und es sich schmecken lassen.
Bald können die Kindergartenkinder von Matsche Pampe ihre eigenen Äpfel ernten, denn der Opi zweier ehemaliger Kindergartenkinder Rainer Züsch und sein Sohn, ehemaliges Vorstandsmitglied Marcus Züsch haben dem Verein vor drei Jahren einen Apfelbaum der Sorte „Goldpärmene“ gespendet. Damit sich die Kinder den Namen merken können, hämmert er ein goldenes Schild an den Baum. Immerhin trug dieser schon acht Äpfel. Mitgepresst werden konnten die aber leider nicht, denn Spaziergänger hatten die Äpfel schon gegessen.
Der Waldkindergarten „Matsche Pampe e. V.“ in Klein Karben hat noch Plätze frei und freut sich über Nachwuchs.
Andrea Schweiger, Rückfragen an : 0176-70894596
(Die Veranstaltung fand am 23. September in Klein-Karben statt)